1. Tag SONNTAG, 07. JUNI 2026
08.34 Uhr: Direkte Zugfahrt ab Basel mit dem TGV in der 1. Klasse mit Ankunft in Paris um 11.38 Uhr. Nach unserer Ankunft in Paris machen wir uns gleich auf den Weg Richtung Loire-Tal. Kaum haben wir die Banlieue hinter uns gelassen werden wir eingefangen von der Anmut der Landschaft und erreichen schon bald unser erstes Ziel: Orléons, Frankreichs Schicksalsstadt. „Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?“ Mit diesem Schlachtruf führte Jeanne d’Arc (1412–1431) die Franzosen in den Kampf und befreite 1429 das belagerte Orléans. Die lothringische Bauerntochter hatte sich von Gott berufen geglaubt, die Engländer aus Frankreich zu vertreiben und König Karl VII. zum Thron zu verhelfen; 1920 wurde sie vom Vatikan heilig gesprochen. Wer an Orléans denkt, denkt an Jeanne d’Arc, die berühmte Jungfrau von Orléans. Nach einem leichten Mittagessen unternehmen wir einen Stadtspaziergang durch die sorgfältig restaurierte Altstadt und stossen dabei immer wieder auf Spuren der grossen Vergangenheit.
Nach der Stadtführung ist es nicht mehr weit bis zu unserem Ziel, die im Herzen des Loiretals gelegene charmante Kleinstadt Blois an der Loire. Nach dem Einchecken können wir uns etwas Ausruhen. Unser Abendessen zelebrieren wir im Hotel-Restaurant.
2. Tag MONTAG, 08. JUNI 2026
Wer nach Landstrichen sucht, deren besondere Schönheit alles andere in den Schatten stellt, tut gut daran, sich nach den Lieblingsorten ehemaliger Fürsten und Könige umzuschauen. In dieser Hinsicht ist das malerische Loire-Tal sicherlich weltweit einzigartig. Hunderte von verschiedensten Schlössern, Residenzen und Herrenhäusern säumen den Strom. Und weil es damals wie heute in „Neubaugebieten“ durchaus darum ging, seine Nachbarn zu übertreffen, glänzt eines ums andere Bauwerk mit individueller Pracht und manchmal „schrulliger“ Exzentrik. Das Château de Chenonceau gehört zweifellos zu den Perlen des Loiretals, ist ein echter Blickfang und ein Gesamtkunstwerk noch dazu: Die Lage, Park & Gärten, Inneneinrichtung und natürlich die ungewöhnliche Brückenform des Wasserschlosses – hier spielt alles perfekt zusammen. Was auch damit zusammenhängen mag, dass dieses Schloss fast immer in Frauenhänden war, die es bewohnt, sich darum gekümmert und geschmackvoll eingerichtet haben. Die Galerie genannte Brücke über den Fluss Cher liess beispielsweise keine geringere als Katharina von Medici im 16. Jahrhundert erbauen. Chenonceau gilt als der anmutigste Renaissance-Bau des ganzen Loire-Tals. Nach der Besichtigung fahren wir froh gestimmt weiter nach Amboise.
Die schiefergedeckten Kalktuff-Häuser des Örtchens Amboise spiegeln sich im ruhigen Wasser der Loire, hoch über ihnen das gleichnamige Schloss. Unser Ziel ist aber das Schloss Le Clos-Lucé, ein unter all den märchenhaften Palästen an der Loire eher unscheinbares Juwel. Doch seine Geschichte macht es besonders: Hier verbrachte das Universalgenie Leonardo da Vinci seine letzten Jahre. An diesem Ort verschmelzen der Geist des Ortes und die Genialität Leonardo da Vincis. Eine wundervolle Ausstellung zeigt sein Wirken. Nach allen unseren Besichtigungen und kulinarischen Ruhepausen geht es am Nachmittag wieder zurück ins Hotel. Der Abend steht zur freien Verfügung. Individuelles Abendessen.
3. Tag DIENSTAG, 09. JUNI 2026
Nur etwa 15 km östlich von Blois befindet sich das berühmteste Schloss im Loire-Tal: Château de Chambord, das Überschloss von Franz I. ist ein Fest für die Augen. Das Paradebeispiel der Französischen Renaissance ist bereits von weitem ein Augenschmaus. Umrandet von einem künstlichen Fluss und grossen Grünflächen beschränken wir uns auf eine Aussenbesichtigung, denn im Inneren des Schlosses wird man, vom oppulenten Äusseren zu grossen Erwartungen verleitet, leider etwas enttäuscht. Das Schloss wirkt innen regelrecht leer, was mit der Geschichte dieses Bauwerks zusammenhängen mag: Etwa 18.000 Handwerker arbeiteten zeitweise am Bau des Schlosses, der 1519 begann und 2 Jahre nach dem Tod Franz I. 1549 unvollendet abgeschlossen wurde. Danach wurde es nie von vielen Menschen und nur kurzzeitig bewohnt. Nach der Französischen Revolution drohte sogar der Abriss, bis es durch Napoleon in private Hände kam und erhalten wurde. Zum Mittagessen kehren wir wieder in unser Hotel zurück. Es bleibt Zeit zum Ausruhen.
Am Nachmittag fahren wir – immer an der Loire entlang – nach Tours. Die im Herzen des Loiretals an den Ufern der Loire und des Cher gelegene Stadt symbolisiert das historische, kulturelle und gastronomische Erbe des Loiretals in seiner Gesamtheit. Die einstige Hauptstadt des franzö- Opéra Garnier sischen Königreichs spiegelt mit ihrer Altstadt, ihren belebten Plätzen und ihren Sakralbauten auf wunderbare Weise die französische Lebensart wider. Die gepflasterten Gassen, Fachwerkhäuser und Plätze der Altstadt verleihen Tours ein mittelalterliches Flair. Nach einem Spaziergang und einem leichten Abendessen dauert es nicht mehr lange bis sich der Vorhang zum ersten Mal auf dieser Reise hebt. Sie gilt als eines der grossen unvollendeten Werke der Musikgeschichte: Wolfgang Amadeus Mozarts „Grosse Messe“ in c- Moll. Dieses Werk feiert sowohl Mozarts Rückkehr nach Salzburg, seinem Geburtsort, als auch die Genesung seiner Frau Constanze, der er eine Solopartie anvertraute. Inspiriert von der Barockmusik und mit klassischer Ausdruckskraft versehen, besticht diese Messe durch den Reichtum ihrer Chorpassagen, die dramatische Intensität und die Schönheit ihrer Solopartien. Mozart offenbart hier eine seltene spirituelle Tiefe und schenkt uns heute Abend im Opernhaus von Tours ein zutiefst bewegendes und erhabenes Musikerlebnis. Das Konzert beginnt um 20.00 Uhr.
4. Tag MITTWOCH, 10. JUNI 2026
Heute heisst es leider schon wieder Abschiednehmen vom entzückenden Loire-Tal. Bevor wir unsere Rückfahrt nach Paris antreten unternehmen wir noch einen Spaziergang durch Blois. Das Château de Blois ist das einzige Schloss, das sich rühmen kann, nicht weniger als zehn Königinnen und sieben Könige Frankreichs in seinen Mauern beherbergt zu haben. Doch auch so manch finsterer Plan sollten hinter den dicken Mauern in die Tat umgesetzt werden. Unser lokaler Guide hat da so einige Geschichten zu erzählen …. Nach einem kleinen Imbiss machen wir uns um die Mittagszeit auf den Weg nach Paris, wo wir am Nachmittag in unserem Hotel erwartet werden. Um 17.30 Uhr treffen wir uns wieder und fahren gemeinsam zu einem schönen Restaurant in die Nähe der Opéra Bastille, wo uns ein stilvoller Opernaperitif mit köstlichen, lokalen Spezialitäten erwartet. „Sempre libera …“ – für Violetta Valéry ist ihre Freiheit das höchste Gut. Als Edel-Kurtisane geniesst sie die Ungezwungenheit und vor allem die Ungebundenheit in der extravaganten und feierlustigen Pariser Gesellschaft. Dann aber verliebt sie sich in Alfredo Germont, einen jungen Mann aus einer angesehenen Familie, und das Schicksal nimmt seinen Lauf … Mit seiner Oper „La Traviata“ setzte Giuseppe Verdi 1853 einen Meilenstein der Musikgeschichte. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr.
5. Tag DONNERSTAG, 11. JUNI 2026
Heute wollen wir uns bei unserem Tagesausflug einem prunkvollen Zeugen verflossener Zeiten nähern, ein besonders kostbares Schmuckstück und das wohl bedeutendste Schloss der französischen Geschichte: Drei Könige sind im Schloss Fontainebleau geboren und fast alle Könige haben dort auch gelebt. Viele haben das Schloss geliebt und künstlerisch-architektonische Spuren hinterlassen, allen voran Franz I. und Napoleon. Das mit 130 Hektar Park und Gärten umgebene Schloss Fontainebleau liegt ca. 60 km südlich von Paris und zählt mit seinen mehr als 1500 Zimmern mit ausgewähltem Mobiliar und edler Einrichtung zu den wenigen voll möblierten Schlössern und Burgen Frankreichs. Die verschiedenen Wohnräume der Könige erinnern an die Pracht des Hofes: Vorzimmer, Wohnzimmer, Prunkgemächer, Festsaal oder Thronsaal lassen die Pracht des Lebens der Könige erahnen. Nach einer privaten Sonderführung, gemeinsames Mittagessen in einem stilvollen Landgasthof und Rückfahrt nach Paris. Der Rest des Nachmittages steht zur freien Verfügung. Individuelles Abendessen.
Um 18.30 Uhr treffen wir uns wieder im Hotel und gehen zu Fuss zur Opéra Garnier. Auch ein reicher Prinz ist manchmal ganz schön arm dran. Das muss der edle Don Ramiro erfahren, als ihn seine Brautschau in das Haus des notorisch klammen Don Magnifico führt. Dessen Töchter würdigen den als einfachen Diener verkleideten Besucher keines Blickes. Gut, dass Ramiro in der ungeliebten Stiefschwester Angelina, genannt Cenerentola, ein mitfühlendes Herz findet … Kann sich am Ende doch noch alles zum Guten wenden? In seiner letzten Oper gelingt es Rossini, die hohe Kunst des Belcantos mit der Komik der Commedia dell’arte zu verbinden. Mit „La Cenerentola“ schuf er ein musikalisches Meisterwerk, in dem zwischen perlenden Koloraturen und sprudelnden Parlandi die anrührende Geschichte einer jungen Frau steckt, die trotz allen erlebten Unrechts gutherzig und versöhnlich bleibt. Die Oper „La Cenerentola“ beginnt um 19.30 Uhr.
6. Tag FREITAG, 12. JUNI 2026
Heute heisst es (leider) schon wieder Abschiednehmen von Paris und der Loire. Nach dem Frühstück treten wir um 12.22 Uhr die Rückreise mit dem TGV in der 1. Klasse von Paris an. Ankunft in Basel um 15.26 Uhr. Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten.
Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten.
Bildnachweis: Cover: Olimpio Fantuz / HUBER IMAGES; S. 2: Marco Faliero / HUBER IMAGES; S. 3 o.: Manjik / Dreamstime; S. 4: Hotel Fleur de Loire; Drucklegung 01/2026