Kulturreise Jura

Kunstsinnige Schweiz

Jurassische Höhenflüge

Auf den Spuren von Dürrenmatt und Le Corbusier

Der Schweizer Jura und seine Umgebung locken mit viel Schönem und Interessantem und sicherlich auch dem Ein oder anderen Überraschenden. Die Natur ist das Markenzeichen dieser Region; bedeutet das aus dem Keltischen kommende „Jura“ doch „das Land mit dunklen Wäldern und lichten Plätzen“. Hier hört man aber auch das Herz der Uhrmachertradition schlagen, Freunde und Gratulanten des Schweizer Schöngeists und Feinschmeckers – man könnte auch sagen „Nationalheiligtums“ Friedrich Dürrenmatt – zieht es dieses Jahr hierher – wäre er doch am 5. Januar 2021 einhundert Jahre alt geworden. Aber auch Anhänger zeitgenössischer Baukunst kommen in La Chaux-de-Fonds, der Geburtsstadt von keinem Geringeren als dem weltbekannten Architekten und Designtheoretiker Le Corbusier ganz auf ihre Kosten. Freuen Sie sich aber auch auf weitere Glanzlichter dieser Reise, wie einen exklusiven und nur Divertimento-Kunden vorbehaltenen Privatbesuch in der Prieuré de Grandgourt – der Kunstsammlung von Hans und Monika Furer – einer ganz besonderen und unterhaltsamen konzertanten Lesung, auf einen geführten Rundgang abseits der üblichen Touristenpfade in der Uhren- und Künstlerstadt La Chaux-de-Fonds und vieles mehr.

Begleiten Sie uns auf eine inspirierende Reise in den Nordwesten unserer schönen Schweiz und frönen Sie endlich wieder der Kunst, Kulinarik und Kultur!

 

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In Kürze

4. bis 6. August 2021

La Chaux-de-Fonds

Beau-Rivage Neuchâtel*****

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+41 61 281 11 88

Reisedetails

1. Tag | Mittwoch, 4. August 2021

09.00 Uhr: Abfahrt im grossen Reisebus mit ausreichend Platz für jeden ab Basel nach Grandgourt.

Dort angekommen wartet bereits das erste Highlight dieser Reise auf Sie. Nur für unsere Gruppe öffnet das Kunstsammler-Ehepaar Hans und Monika Furer die Tore zum Priorat des Klosters Bellelay.

Der Baselbieter Landrat und Jurist Hans Furer ist selbst Künstler und war massgeblich am Erhalt der 1993 provisorisch aufgestellten Skulptur „Intersection“ von Richard Serra auf dem Basler Theaterplatz beteiligt, welche damals als Schrotthaufen beschimpft wurde und eine breite Debatte über den Sinn von Kunst im öffentlichen Raum entfachte. Hans Furer und weitere Initiatoren erwirkten damals durch private Spenden in Höhe von einer Millionen Franken den Ankauf und Erhalt der Plastik. Heute ist sie ein Vielfaches wert.

Die Prieuré de Grandgourt hat eine lange und bewegte Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht und befindet sich heute in Privatbesitz. Nach einer umfassenden Renovierung im Jahre 2005 steht die Prieuré unter eidgenössischem Denkmalschutz.

Der Hausherr persönlich wird Sie zusammen im Dialog mit Andreas Jahn mitnehmen auf eine Zeitreise in die Vergangenheit dieses geschichtsträchtigen Gebäudes und die Betrachtung der aussergewöhnlichen privaten Kunstsammlung welche darin beherbergt ist.

Spüren Sie den spannenden Kontrast von historisch geschützter Bausubstanz und dem Reiz klassisch gewordener Gegenwartskunst. Zu sehen sind unter anderem Werke von Stephan Balkenhol, Sol Lewitt, Robert Mapplethorpe, Thomas Ruff, John Baldessari, On Kawara, Lawrence Weiner und Rémy Zaugg.

Im Anschluss an diesen bilderreichen Vormittag haben wir ein feines Mittagessen in den wunderschönen Räumlichkeiten der Prieuré de Grandgourt für Sie organisiert.

Gestärkt setzen wir unsere Reise mit Impressionen der Franches-Montagnes zwischen den Kantonen Jura und Bern fort und gelangen nach Überquerung des Mont Soleil in das zauberhafte Archiv von Longines, der Marke mit der geflügelten Sanduhr im Logo.

Das im Jahre 2012 renovierte und völlig neu gestaltete Museum enthält Sammlungen, die alle Facetten der Vergangenheit der Marke nachzeichnen. Lassen Sie sich in die Welt der Uhrmachertradition entführen und bewundern Sie die wichtigsten Uhrenmodelle, Navigationsinstrumente, Chronometer sowie eine Reihe einzigartiger Unterlagen, wie Fotografien, Plakate, verschiedene Filme, Auszeichnungen und Archivaufnahmen. Hier am Hauptsitz der Compagnie wurden schon immer wissenschaftliche Expeditionen unterstützt, daher wird auch die fast schon legendäre Zusammenarbeit mit Charles Lindbergh, dem 1927 sein historischer Atlantiküberflug gelang, dokumentiert.

Danach ist nur noch ein Katzensprung nach La Chaux-de Fonds wo wir unsere Zimmer im Hotel „Les Endroits“ beziehen werden.

Bevor uns ein feines Dinner inkl. Getränke im Hotelrestaurant erwartet, dürfen Sie sich noch auf einen erhellenden Vortrag unseres Kunstexperten Andreas Jahn zum Thema „Honig in der Kunst“ gespannt sein. Warum Honig? Werfen Sie einen Blick auf das Stadtwappen von La Chaux-de Fonds und Sie werden es erahnen.

 

2. Tag | Donnerstag, 5. August 2021

Den heutigen Tag möchten wir ganz der grössten Stadt im Hochjura widmen, die in ihrem Wappen den Bienenkorb führt und so den Fleiss der Bauern und Uhrenmachern sichtbar macht aber auch auf den Spuren zweier Künstler von Weltformat wandeln.

La Chaux-de-Fonds, beinahe auf 1001 Meter über Meer gelegen gehört zu den höchstgelegenen grösseren Städten Europas und wurde 2009 ihrer Bebauung und ihres Bestandes wegen zum UNESCO-Welterbe erklärt. Es gibt zahlreiche Gründe, sich dieser Stadt hinzugeben. La Chaux-de-Fonds mit seinem für die Schweiz einzigartigen Schachbrettmuster gilt als Wiege der Uhrmacherei weltweit und als Jugendstil-Hochburg unseres Landes.

Gemeinsam mit unserem Kulturkenner Andreas Jahn und dem ortskundigen Fachmann Rudolf Schlaepfer möchten wir diese Jurametropole im Rahmen eines geführten Rundgangs besser kennen lernen. Wir gehen vom Alpha der Stadtgeschichte vor bis zu den Errungenschaften wie Chevrolet und Omega und eröffnen Ihnen Räume, die Sie sonst nicht zu Gesicht bekommen. Ausserdem erfahren Sie so manches über zwei Persönlichkeiten mit internationalem Bekanntheitsgrad, die hier im Herbst 1887 fast zeitgleich geboren wurden: es ist die Rede vom Dichter und Vagabunden Blaise Cendrars alias Frédéric-Louis Sauser, sowie dem Maler, Möbeldesigner und Architekten Le Corbusier bzw. Charles-Edouard Jeanneret-Gris.

Im Anschluss daran wird es höchste Zeit, etwas gegen Ihre vielleicht schon knurrenden Mägen zu unternehmen. Wir haben ein Mittagessen inkl. Getränke für Sie bestellt.

Le Corbusier gehört zu La Chaux-de-Fonds wie der Eiffelturm zu Paris. Aus diesem Grund möchten wir den heutigen Nachmittag den von ihm entworfenen Bauten der Maison Blanche (1912) und der Villa Turque (1917) widmen, welche zu Ehren seiner Eltern und im Auftrag eines Uhrenfabrikanten entstanden.

Das Maison Blanche – das weisse Haus ist die erste Arbeit Le Corbusiers als selbstständiger Architekt. Dieses besonders avantgardistische Jugendwerk ist eine unumgängliche Etappe, um die späteren Werke des berühmten Architekten verstehen zu können.

Das jedoch bekannteste und bemerkenswerteste Werk von Le Corbusier in La Chaux-de-Fonds ist die Villa Turque, auch Villa Schwob genannt. Es ist das reifste Werk vor seiner Abreise nach Paris, reich an Symbolen, technisch und ästhetisch höchst anspruchsvoll. Leider wird sie nur von aussen zu besichtigen sein.

Ganz bestimmt erfüllt und prall gefüllt mit neuem Wissen und Eindrücken kehren wir in unser Hotel zurück, wo Sie ein wenig Zeit zum Ausruhen und Entspannen haben.

Vor dem heutigen Abendessen haben wir uns etwas ganz Besonderes für Sie einfallen lassen: Geniessen Sie eine konzertante Lesung mit Franz Dodel und Miguel Rincon. Franz Dodel ist der preisgekrönte Verfasser des lyrischen Lebensprojekts „Haiku – Nicht bei Trost“, und Miguel Rincon meistert unter anderem die barocke Laute virtuos. Internationale Auftritte sind beiden beschieden, umso schöner ist es, dass sie sich heute für uns die Zeit nehmen, um uns einen aussergewöhnlichen Abend zu bescheren.

Anschliessend: Auch heute haben wir an Ihr leibliches Wohl gedacht und ein feines Nachtessen inkl. Getränke im Hotel für Sie bestellt.

3. Tag | Freitag, 6. August 2021

Heute heisst es leider schon wieder Abschiednehmen, doch bevor es soweit ist, haben wir noch einen ereignisreichen Tag vor uns.

Heimkehr oder Heimsuchung ist ein Grundmotiv im literarischen Schaffen von Friedrich Dürrenmatt, der am 5. Januar 2021 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Kriminalromane wie „Der Richter und sein Henker“ oder „Das Versprechen“ und Komödien wie „Der Besuch der alten Dame“ oder „Die Physiker“ machten ihn weltberühmt und quasi zu einem Schweizer Nationalhelden. Anlässlich dieses Jubiläums möchten wir mit Ihnen dem von Mario Botta entworfenen Centre Dürrenmatt Neuchâtel, welches in das alte Wohnhaus des Berner Schriftstellers, Zeichners und Malers integriert ist, einen Besuch abstatten. Lassen Sie uns also einem kreativ grossartigen Menschen unsere Referenz erweisen.

Gutes Essen und Trinken (vor allem reichlich) waren schon immer ganz grosse Leidenschaften Dürrenmatts. Der Feinschmecker und Connaisseur edler Weine war ein Lebemensch, dies wird in vielen seiner Werke deutlich (die Erzählung „Die Panne“ von 1956 oder das Gemälde „Weihnachtsfest in Rom“ von 1988). Auch wir wollen dies zelebrieren und haben zum Abschluss dieser Reise ein feines Mittagessen inkl. Getränke in einem guten Restaurant an den steil abfallenden Rebbergen am Bielersee, genauer gesagt in Twann-Tüscherz, wo auch Erinnerungen an Dürrenmatt’sche Tat- und Handlungsorte (Der Richter und sein Henker) in Erinnerung gerufen werden, für Sie bestellt. In diesem lukullischen Umfeld macht Ihnen unser Kulturreferent Andreas Jahn auch noch ein paar literarische Köstlichkeiten aus dem Kosmos Dürrenmatt schmackhaft.

Anschliessend Heimfahrt nach Basel, wo wir am späten Nachmittag eintreffen werden.

Programmänderungen ausdrücklich vorbehalten. 

Hotel Beau-Rivage Neuchâtel*****

Zwischen dem belebten Stadtzentrum und dem weitläufigen Seeufer vernehmen Sie nur das Flattern der Segel im Wind und das Kreischen der Möwen. Jedes der 66 geräumigen Zimmer ist mit dem gleichen Geist von Raffinesse und Modernität eingerichtet und mit einem Schreibtisch-Bereich, einem geräumigen Badezimmer aus weissem Marmor, einem separaten WC und einem grossen Kleiderschrank ausgestattet.

Allgemeine Hinweise

Aufgrund der aktuellen Imponderabilien werden wir die Gruppengrösse bei dieser Reise auf maximal 20 Personen (ohne Reiseleitung und Andreas Jahn) beschränken. Die Reisen werden wir in ausreichend grossen Reisecars der Firma Settelen durchführen. In Anbetracht der aussergewöhnlichen Lage ist es aber natürlich ebenfalls möglich in eigener Regie mit dem Privatwagen oder mit dem Zug an- und abzureisen. Sollten Sie davon Gebrauch machen wollen, bitten wir Sie dies auf dem Anmeldeformular entsprechend zu vermerken.

Selbstverständlich werden in allen Museen und Restaurants die zum Reisezeitpunkt geltenden Abstandsregelungen eingehalten.

Unsere Leistungen:

• Hin- und Rückfahrt im grossen modernen Reisebus der Firma Settelen.
• Busverfügbarkeit während der ganzen Reise.
• 2 Übernachtungen im Hotel Les Endroits****+ in La Chaux-de-Fonds.
• Exklusive Privatbesichtigung der Kunstsammlung von Hans und Monika Furer in der Prieuré de Grandgourt. 
• Führung im Archiv von Longines in Saint-Imier. 
• Ausführliche Stadtbesichtigung von La Chaux-de-Fonds durch Andreas Jahn und Rudolf Schläpfer. 
• Besuch von Maison Blanche (Innenbesichtigung) und Villa Turque (nur Aussenbesichtigung möglich) mit Führung durch Andreas Jahn und Rudolf Schläpfer. 
• Konzertante Lesung mit Franz Dodel und Miguel Rincon exklusiv für unsere Gruppe.Besuch von Maison Blanche (Innenbesichtigung) und Villa Turque (nur Aussenbesichtigung möglich) mit Führung durch Andreas Jahn und Rudolf Schläpfer. 
• Konzertante Lesung mit Franz Dodel und Miguel Rincon exklusiv für unsere Gruppe. 
• Alle Mahlzeiten inkl. Getränke wie im Programm erwähnt (3 x Mittagessen, 2 x Dinner)
• Persönliche Begleitung durch Peter Potoczky.
• Begleitung durch den Kunstvermittler Andreas Jahn auf der ganzen Reise. 

Kosten

Preis pro Person im Doppelzimmer
CHF 2’250.00.-

Zuschlag für Doppelzimmer zur Einzelnutzung
CHF 160.00.-

Nicht im Preis enthalten:

• Obligatorische Annullationskostenversicherung
• Trinkgelder
• Ausgaben für den persönlichen Bedarf

Andreas Jahn

Als ganz besonderes Highlight auf dieser Kurzreise wird uns Andreas Jahn begleiten, den Sie vielleicht noch als ausgezeichneten Kunstvermittler an unseren Spezialanlässen im Basler Kunstmuseum oder im Zentrum Paul Klee in Bern oder von unseren letztjährigen Reisen im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe “Kunstsinnige Schweiz” in bester Erinnerung haben. Er versteht es, wie kein Zweiter mit seinen geistesgeschichtlichen und kulturpolitischen Ausführungen, spannende Einblicke in das Wechselspiel von Literatur, Kunst und Architektur zu eröffnen. Diese setzen bei den historischen Informationen an und führen weit darüber hinaus, um Sie noch mehr begeistern zu können.

 

Franz Dodel

geboren 1949, Tätigkeit in verschiedenen Berufen, Theologiestudium, wissenschaftlicher Bibliothekar an der Universität Bern, lebt als freischaffender Schriftsteller in Boll-Sinneringen bei Bern. Seit 2002 arbeitet er u. a. an einem endlosen poetischen Text unter dem Titel Nicht bei Trost, der im steten Wechsel von 5 – 7 – 5 -7 … Silben je Zeile verschiedene Eindrücke und anregende Gedanken verfasst. Die mehrfach ausgezeichnete Arbeit wurde (als work in progress) in verschiedenen Formen auch musikalisch und installativ umgesetzt.

 

Miguel Rincon

1979 geboren, ist heute einer der aktivsten Lautenspieler in Spanien. Er spielt frühe Zupfinstrumente wie Renaissancelaute, Barocklaute, Barockgitarre, Vihuela, Chitarrone und Erzlaute. Er ist Mitglied wichtiger Ensembles und widmet sich der alten Musik sowohl in der historischen Aufführungspraxis wie auch in der Improvisation. 

Er studierte Zupfinstrumente am Konservatorium „Manuel Castillo“ bei Juan Carlos Rivera und schloss dort mit Auszeichnung ab. Später erhielt er seinen Masterabschluss bei Xavier Díaz Latorre am ESMUC (Escola Superior de Música de Catalunya). Zurzeit setzt er seine Studien an der Zürcher Hochschule der Künste bei Eduardo Eguëz fort. 

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